đđ§Vier Wochen mit dem Wohnmobil durch SĂŒditalien đ„°

Vier Wochen, zwölf Stationen: Mit dem Wohnmobil von Mailand bis an die SĂŒdspitze Apuliens â und ĂŒber Matera, Pompeji und Neapel wieder zurĂŒck. đ đđ
Im Sommer waren wir vier Wochen mit dem Wohnmobil in SĂŒditalien unterwegs. Unsere Reise fĂŒhrte uns von Mailand bis tief in den SĂŒden Apuliens und ĂŒber Matera, Pompeji und Neapel wieder zurĂŒck â vorbei an wunderschönen StrĂ€nden, lebendigen AltstĂ€dten und CampingplĂ€tzen, die wir so schnell nicht vergessen werden.
1. Zwischenhalt in Mailand
Unser erster Stopp war CittĂ Camping Milano, wo wir eine Nacht blieben. Der Campingplatz war fĂŒr uns vor allem ein praktischer Zwischenhalt: ĂŒbernachten, ausruhen und am nĂ€chsten Tag weiter Richtung Meer fahren. Direkt nebenan befindet sich ein grosser Aquapark â ideal, wenn man etwas mehr Zeit in Mailand verbringen möchte.
2. Camping Stella Maris bei Toretto
Beim Camping Stella Maris verbrachten wir zwei NÀchte und trafen dort Freunde. Der Campingplatz liegt direkt am Meer und hat einen eigenen Zugang zum Strand. Besonders schön fanden wir das flache Wasser, das sich wunderbar zum Baden mit Kindern eignet.
Auch sonst war alles da: Restaurant, Pool, Kidsclub, Einkaufsladen sowie ein Obst- und GemĂŒsehĂ€ndler. Ein sehr schöner Ort, um in die Ferien zu starten und erst einmal anzukommen.
3. Camping Il Pioppeto bei Vasto
Beim Camping Il Pioppeto blieben wir eine Nacht. Zum Meer gelangt man ĂŒber einen Naturweg. Auf dem Campingplatz gibt es eine Bar und eine Kinderdisco; direkt vor dem Eingang hĂ€lt ein Bus, der nach Vasto fĂ€hrt.
Die Altstadt von Vasto ist wunderschön. Abends gibt es zudem einen grossen Lunapark und einen Markt direkt am Strand â ein unterhaltsamer Ausflug fĂŒr die ganze Familie.
4. Camping Villaggio Punta Lunga bei Vieste
Unser nĂ€chster Halt war der Camping Villaggio Punta Lunga im Nationalpark Gargano, in der NĂ€he von Vieste. Dort verbrachten wir sieben NĂ€chte â und es wurde eine unglaubliche Woche. Der terrassenförmig angelegte Campingplatz hat eine eigene Meeresbucht und bietet alles, was man braucht: Supermarkt, Restaurant, Bar, Surfschule, Obst- und GemĂŒsestand, Kinderdisco und Kidsclub.
Das ist einer der schönsten CampingplÀtze, auf denen wir je waren. Auch Vieste hat uns begeistert: Die Altstadt ist wunderschön, und von den oberen Teilen der Stadt hat man eine unglaubliche Aussicht. Eine Bushaltestelle liegt nur etwa drei Gehminuten vom Campingplatz entfernt.
5. Bari
In Bari verbrachten wir eine Nacht auf einem Stellplatz bei einer Wohnmobilgarage. Die Altstadt hat uns sofort in ihren Bann gezogen. Bari wirkt nicht herausgeputzt oder kĂŒnstlich fĂŒr Touristen inszeniert, sondern ehrlich und authentisch â eine spannende Mischung aus alter und neuer Stadt.
Es gibt viele Cocktailbars und eine grosse Stadtmauer, auf der man entlangspazieren kann. Besonders eindrĂŒcklich war fĂŒr uns die Nudelstrasse: Dort stellen Nonnas von Hand Pasta her. In den Gassen sassen Einheimische zusammen, spielten Karten, unterhielten sich und tranken ein Glas Wein, wĂ€hrend die Kinder spielten. Genau diese lebendige AtmosphĂ€re machte Bari fĂŒr uns so besonders.
6. Torre Rinalda Beach Camping und Lecce
Beim Torre Rinalda Beach Camping blieben wir drei NÀchte. Der Campingplatz ist sehr gross und bietet einen eigenen Pool, Kidsclub, direkten Strandzugang, Bar, Restaurant, Supermarkt und Spielplatz. Dort trafen wir auch den Götti unseres grossen Sohnes.
Mit dem Bus fuhren wir nach Lecce. Die wunderschöne Altstadt hat besonders am Abend ihren ganz eigenen Zauber â vor allem gegen 20 Uhr, wenn sich die Stimmung in den Strassen verĂ€ndert und die Stadt zum Leben erwacht.
7. Camping Paradiso in Santa Maria di Leuca
Drei NĂ€chte verbrachten wir beim Camping Paradiso in Santa Maria di Leuca â fĂŒr uns fĂŒhlte es sich wirklich an wie das Paradies auf Erden. Der Stellplatz bietet viele BĂ€ume und Schatten. Ăber eine kleine Strasse gelangt man direkt ans Meer, wo wir grosse Wellen erlebten.
Ein absolutes Muss ist eine Bootstour zu den Grotten. Das Wasser leuchtet unglaublich tĂŒrkis, die Grotten sind wunderschön, und man kann vom Boot aus ins Meer springen und zwischen leuchtenden Fischen schwimmen. Unser Sohn sagte, es sei das Schönste gewesen, was er je erlebt habe â und wir konnten gut verstehen, warum.
Santa Maria di Leuca liegt am sĂŒdlichsten Punkt des italienischen Festlands. Dort stehen ein alter Leuchtturm und die Kirche Santa Maria de Finibus Terrae. Zum Leuchtturm fĂŒhren 270 Stufen hinauf. In dieser Gegend treffen Adria und Ionisches Meer aufeinander â ein besonderer Ort, an dem man gern einen Moment verweilt.
8. Agricamping Parco degli Olivi bei Gallipoli
Zum Abschluss dieses Reiseabschnitts fuhren wir fĂŒr eine Nacht zum Agricamping Parco degli Olivi bei Gallipoli. Die OlivenbĂ€ume auf dem Platz waren leider noch klein und spendeten kaum Schatten. Wir waren deshalb froh ĂŒber die Klimaanlage im Wohnmobil.
Ein Shuttle brachte uns in die Stadt. Gallipoli hat eine sehr schöne Altstadt und eine lange Lunaparkpromenade direkt am Meer. Wir besichtigten auch einen Ălgewölbekeller. Die Stadt ist allerdings sehr touristisch, mit vielen kleinen SouvenirlĂ€den in den Gassen.
9. Camping dei Trulli in Alberobello
In Alberobello ĂŒbernachteten wir eine Nacht auf dem Camping dei Trulli, der zum UNESCO-Welterbe gehört. Die kleinen, runden SteinhĂ€user â die Trulli â wirken unglaublich herzig. Durch ihre geringe Grösse fĂŒhlt sich der Ort ganz besonders und fast ein wenig mĂ€rchenhaft an.
Der Campingplatz hat einen eigenen Pool und bietet einen Shuttleservice, mit dem man bequem in den Ort gelangt.
10. Matera â eine Stadt wie keine andere
FĂŒr eine Nacht machten wir Halt auf einem besonderen Stellplatz in Matera, ebenfalls UNESCO-Welterbe. Die Stadt ist unter anderem als Drehort eines James-Bond-Films bekannt und war fĂŒr uns der aussergewöhnlichste Ort unserer Reise.
In Matera geht es stĂ€ndig bergauf und bergab. Zwischen den kleinen Gassen gibt es ĂŒberall etwas zu entdecken, und von den verschiedenen Aussichtspunkten zeigt sich die uralte Stadt immer wieder aus einem anderen Blickwinkel. Matera hat eine ganz besondere Aura â ein Ort, der sich kaum mit anderen StĂ€dten vergleichen lĂ€sst.
Auch unser Stellplatz war ungewöhnlich: Wir standen auf einer stillgelegten Kartbahn. Ein Shuttleservice brachte uns in die Stadt, und der freundliche, hilfsbereite Inhaber gab uns viele wertvolle Tipps.
So entdeckten wir unter anderem Vizi degli Angeli, eine Gelateria, die zu den 100 besten Eisdielen Italiens zĂ€hlt, und tranken etwas im besonderen Felsenlokal Zipa CaffĂš. Wir assen die besten Panzerotti der Reise und besichtigten eine Höhlenwohnung. Matera war voller unvergesslicher EindrĂŒcke.
11. Pompeji, der Vesuv und Neapel
Drei NĂ€chte verbrachten wir auf dem Stellplatz La Terrazza di HermĂšs in Pompeji. Der Platz hatte einen kleinen Pool â und leider auch viele Ameisen. Trotzdem war er ein guter Ausgangspunkt fĂŒr unsere AusflĂŒge in die Umgebung.
Wir bestiegen den Vesuv und besichtigten die AusgrabungsstĂ€tten von Pompeji. Ausserdem fuhren wir mit dem Zug nach Neapel und erkundeten das Spanische Viertel. Die Grösse der Stadt, die vollen Gassen und die vielen EindrĂŒcke waren fĂŒr mich zunĂ€chst völlig ĂŒberwĂ€ltigend. Ăberall riefen Kellner ihre Angebote fĂŒr Pizza, Pasta und mehr aus â Neapel war laut, lebendig und intensiv.
Mein Mann und unser grosser Sohn machten eine FĂŒhrung durch die Unterwelt des Spanischen Viertels. Rund 50 Meter unter der Erde fĂŒhrten schmale GĂ€nge durch die Tiefe; an manchen Stellen war es so eng, dass man kaum hindurchkam. Wir besichtigten auch den Hafen mit den Kreuzfahrtschiffen. Besonders beeindruckend: Dort lag das grösste Kreuzfahrtsegelboot der Welt.
12. Camping Village Tuscia Etruria â ein letzter Halt am Meer
Auf dem Camping Village Tuscia Etruria in der Toskana verbrachten wir zwei NĂ€chte. Der Campingplatz liegt direkt am Meer und bietet einen Pool, Supermarkt, Kidsclub, Abendshows, Restaurant und Bar. Unter den PinienbĂ€umen gab es viel Schatten â eine willkommene Erholung nach den vielen EindrĂŒcken der Reise.
Hier genossen wir ein letztes Mal das Meer, bevor es langsam wieder Richtung Heimat ging.
Ein Sommer voller besonderer Orte
Von den Trulli in Alberobello ĂŒber die verwinkelten Gassen Materas bis zu den historischen StĂ€tten rund um Pompeji und dem lebhaften Neapel: Die letzten Stationen unserer Reise waren noch einmal voller Kontraste. Wir kehrten mit vielen neuen EindrĂŒcken, schönen Erinnerungen und dem GefĂŒhl nach Hause zurĂŒck, gemeinsam etwas ganz Besonderes erlebt zu haben.
Vier Wochen mit dem Wohnmobil durch SĂŒditalien â und so viele Orte, die uns noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Nicht alles lief rund
NatĂŒrlich war unsere Reise nicht nur voller schöner Erlebnisse. Unterwegs ging auch einiges schief â und manches davon werden wir wohl nicht so schnell vergessen.
Unser Klapptisch fĂŒr draussen ging kaputt. Eine heftige Windböe zerfetzte und zerbrach unseren Storren. Nach einer Nacht liefen gefĂŒhlt zehn Millionen Ameisen auf unserem Wohnmobil herum.
Der grösste Schreck passierte in Santa Maria di Leuca: Unser kleiner Sohn zog sich eine tiefe Platzwunde an der Stirn zu. Mit dem Krankenwagen ging es rund 20 Minuten ĂŒber sĂŒditalienische Strassen ins Spital. Die Wunde wurde betĂ€ubt und genĂ€ht. Leider sprach weder der Arzt noch jemand vom Rettungsdienst Englisch, was die Situation zusĂ€tzlich schwierig machte. Danach wussten wir zunĂ€chst kaum, wie wir zurĂŒck zu unserem Wohnmobil kommen sollten: Kein Taxi/ Uber war aufzutreiben. Daraufhin half uns der Pförtner, denn er organisierte einen Kollegen der uns mit einem alten Fiat Punto zu unserem Wohnmobile zurĂŒckfuhr.
Auch die Heimfahrt wurde viel lĂ€nger als geplant. Bis Lugano kamen wir erstaunlich schnell. Nach dem Znacht bei McDonaldâs hielten wir Familienrat und beschlossen, die letzten zwei Stunden nach Hause ebenfalls noch zu fahren. Dann wĂ€ren wir gegen 21.30 Uhr daheim gewesen. Doch kaum waren wir auf der Autobahn, wurde diese wegen eines Unfalls komplett gesperrt. Vier Stunden ging gar nichts mehr; danach rollte der Verkehr nur langsam weiter. Statt am Abend kamen wir erst nach insgesamt 15 Stunden Fahrt mitten in der Nacht, um 2 Uhr, zu Hause an.
Solche Momente gehören leider auch zu einer langen Reise dazu. Sie waren anstrengend und beĂ€ngstigend â aber am Ende sind wir alle wieder gut zu Hause angekommen.